Glossar

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Abhebung

Eine Bargeldauszahlung vom Konto ist je nach Kontobedingungen am Geldautomaten, am Schalter der Bank oder Sparkasse sowie im teilnehmenden Einzelhandel beim Einkauf an der Kasse möglich.

Abo-Laden (Automatisches Laden)

Verfügen Sie über eine girocard der Sparkassen mit girogo-Funktion, so haben Sie die Möglichkeit, Ihrer Sparkasse einen automatischen Auflade-Auftrag zu erteilen. Möchten Sie dann mit girogo bezahlen und Ihr Guthaben reicht nicht aus, wird Ihr Guthaben im teilnehmenden Handel automatisch und ohne PIN-Eingabe direkt am Bezahlterminal aufgeladen. Den Ladebetrag bestimmen Sie, als Karteninhaber, selbst (zw. 20,- und 50,- EURO). Das automatische Laden kann nur einmal täglich genutzt werden.

Acquirer

Beim Acquiring geht es um die Akquisition von Vertragspartnern bzw. Händlern, die Kartenzahlungen akzeptieren. Die sogenannte Acquiring Bank ist dabei das Kreditinstitut, das die Zahlungen für die Händler abwickelt.

Altersverifikation

Der Großteil aller 100 Millionen girocards in Deutschland verfügt über das Jugendschutzmerkmal. Diese Funktion, die zum Beispiel am Zigarettenautomaten zum Einsatz kommt, prüft dabei am Automaten, ob ein Kunde das nötige Mindestalter von 16 bzw. 18 Jahren erreicht hat.

ATM

Automated Teller Machine / Geldausgabeautomat (GA/GAA)

Auslandseinsatzentgelt/ Fremdwährungsaufschlag

Zuschlag, der bei Zahlungen im Ausland fällig wird, sofern es sich um eine Fremdwährung handelt. Wie hoch der Aufschlag ist, unterscheidet sich von Institut zu Institut und kann auch von den Kontokonditionen abhängen.

Auslandzahlung/ -geldabhebung

Für Zahlungen im Ausland statten die kartenausgebenden Institute die girocard meist mit einem sogenannten Co-Branding eines internationalen Debit-Systems wie z. B. Maestro oder V Pay aus. Falls keine girocard Akzeptanz im Ausland gegeben ist, wird die gewünschte Transaktion über die internationalen Debit-Systeme abgewickelt. Für den Karteninhaber verläuft dieser Vorgang genauso wie im Inland. Gegebenenfalls wird ein Auslandsentgelt erhoben.

Authentifizierung

Der Vorgang, bei dem eine Sache, also z. B. eine Bezahlkarte auf Echtheit bzw. Unverfälschtheit überprüft wird, nennt sich Authentifizierung. Bei einer girocard-Transaktion erfolgt die Authentifizierung des Kunden durch seine PIN-Eingabe.

Autorisierungssystem

Als Autorisierung bezeichnet man den Vorgang der Genehmigung einer Debit- oder Kreditkartenzahlung durch die Bank des Karteninhabers. Im Rahmen der Autorisierung wird unter anderem geprüft, ob es sich um eine gültige Karte handelt und ob das Kartenlimit für die beabsichtigte Transaktion ausreicht. girocard (ehemals electronic cash)-Transaktionen müssen autorisiert werden, damit die missbräuchliche Nutzung eines Dritten ausgeschlossen werden kann.

Bargeldauszahlungsgebühr

Eine Gebühr, die unter bestimmten Umständen bei der Bargeldabhebung fällig wird. Beispielsweise wird ein Entgelt fällig, wenn die girocard und der Geldautomat unterschiedlichen Bankenzusammenschlüssen angehören oder je nach Konditionen des Kontos bei Abhebungen im Ausland.

Bargeldbezug am Geldautomaten

Über das Deutsche Geldautomatensystem (DGS) als Teil des girocard-Systems können Banken- und Sparkassenkunden am Automaten ihrer Hausbank kostenlos Bargeld direkt vom Konto mit Hilfe der girocard und der PIN abheben. Beim Abheben von Bargeld an Geldautomaten anderer Institute können eventuell Gebühren erhoben werden. Über Zusammenschlüsse unterschiedlicher Banken- und Sparkassen (z. B. Cashgroup, Cashpool) ist der kostenfreie Bargeldbezug jedoch auch bei anderen Instituten möglich.

Berlin Group

Ein Zusammenschluss europäischer Zahlungssysteme, der 2004 in Berlin gegründet wurde. Ziel dieser marktgetriebenen Standardisierungsinitiative, der heute 27 Organisationen aus 24 europäischen Ländern angehören, ist die Erarbeitung von Implementierungsspezifikationen für ein einheitliches, zahlungssystemneutrales Clearing und die Autorisierung von Kartentransaktionen, besonders das SEPA Card Clearing (SCC).

Bonitätsinformationen

Zahlungen mit der girocard sind garantiert. Das kann die Deutsche Kreditwirtschaft leisten, weil jede Zahlung einzeln autorisiert wird. Zunächst versucht das Terminal die Zahlung offline durchzuführen, autorisiert durch den Chip. Dort ist, abhängig auch von der Bonität des Kunden, ein Betrag hinterlegt, der offline vom Chip autorisiert werden kann. Ist dieser Betrag aufgebraucht, ist ein Online-Zugriff auf das Konto nötig, um die Zahlung durchzuführen und die Bonitätsinformationen auf dem Chip zu erneuern.

Book of Requirements des EPC

Das Book of Requirements des European Payment Councils (EPC), auch „Volume“ genannt, beschreibt die allgemeinen Anforderungen an Terminals und Smartcards. Zudem werden auch die funktionalen und sicherheitsrelevanten Anforderungen für Zertifizierungen festgelegt. Auch Migrationstermine für bestimmte Entwicklungen sind im Book of Requirements festgelegt. Es umfasst sieben Bände und wird beständig weiterentwickelt und aktualisiert.

Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Einer der fünf Spitzenverbände, die zusammen die Deutsche Kreditwirtschaft bilden.

Bundesverband deutscher Banken (BdB)

Einer der fünf Spitzenverbände, die zusammen die Deutsche Kreditwirtschaft bilden.

Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB)

Einer der fünf Spitzenverbände, die zusammen die Deutsche Kreditwirtschaft bilden.

Business Identifier Code (BIC)

Ein Geschäftskennzeichen. Der BIC ist eine nach ISO 9362 international standardisierte Bankleitzahl. Er kann weltweit eindeutig zugeordnet werden und wird z. B. an Kreditinstitute und Broker vergeben. Bei einem Kreditinstitut entspricht der BIC der bisher genutzten Bankleitzahl in leicht veränderter Form.

Cards Stakeholder Group (CSG)

Arbeitsgruppe verschiedener Marktteilnehmer, beispielsweise aus den Bereichen Handel, Prozessoren, Banken und Hersteller. Der Zusammenschluss setzt sich für die Standardisierung von POS-Terminals, Smartcards, der Zertifizierung und der Sicherheitsverfahren ein.

Cashgroup

Zusammenschluss mehrerer deutscher Banken, um ihren Kunden den kostenlosen Bargeldbezug bei allen Mitgliedsbanken zu ermöglichen. Vorteil für die teilnehmenden Banken ist, dass diese nicht über ein flächendeckendes Netz an Automaten verfügen müssen. Ob eine Bank Mitglied ist, erkennt man an dem entsprechenden Logo auf der girocard.

Cashpool

Zusammenschluss mehrerer deutscher Banken, um ihren Kunden den kostenlosen Bargeldbezug bei allen Mitgliedsbanken zu ermöglichen. Vorteil für die teilnehmenden Banken ist, dass diese nicht über ein flächendeckendes Netz an Automaten verfügen müssen. Ob eine Bank Mitglied ist, erkennt man an dem entsprechenden Logo auf der girocard.

Chip-only-Terminal

Ein vereinfachtes Terminal. Die Umstellung des girocard (ehemals electronic cash-)Verfahrens weg vom Magnetstreifen hin zum Chip hat die Sicherheitsstandards erhöht. Durch die Nutzung des fälschungssicheren Chips sind für Bezahlungen geringere Sicherheitsanforderungen für die Bezahlabwicklung nötig. Chip-only-Terminals können Zahlungen ausschließlich via Chip abwickeln und sind daher vereinfacht.

Chipkartenleser

Mit einem Chipkartenleser können Sie von Ihrem Computer auf eine Chipkarte und deren Funktionen zugreifen: beispielsweise auf HBCI-Karten fürs Homebanking oder auf die GeldKarte zur bargeldlosen Zahlung im Internet. Je nach Ausstattung werden Chipkartenleser in Sicherheitsklassen unterteilt: Ein sog. Klasse-3-Leser besitzt Tastatur und Display, ein Klasse-2-Leser nur eine Tastatur und ein Klasse-1-Leser keines von beidem.

CiCero

Arbeitskreis der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der akkreditierten Common Criteria-Prüfstellen. Der Arbeitskreis erstellt eine Common Criteria Evaluierungs- und Zertifizierungsmethode für POS-Terminals und Halbleiter für kreditwirtschaftliche Smartcards und entwickelt diese weiter.

Clearing

Verfahren zur Zahlungsabwicklung, bei welchem einem Händler der Betrag einer getätigten Transaktion gutgeschrieben und dem Käufer der Betrag belastet wird. Dabei wird zwischen dem direkten Clearing, also der Gutschrift eines einzelnen Postens, und dem zentralen Clearing, der Gutschrift des Gesamtbetrages sämtlicher an einem Tag getätigten Transaktionen, unterschieden.

Co-branding

Viele deutsche girocards sind mit einem internationalen Co-Brand V Pay, Maestro oder JCB ausgestattet. Damit können Sie, selbst wenn keine Akzeptanz der girocard besteht, auch im Ausland Geld abheben oder bezahlen. Unter Umständen können dabei Gebühren für Sie entstehen.

Common Functional Certification Framework (CFCF)

Die französische Kartenorganisation Cartes Bancaires (CB) und die Deutsche Kreditwirtschaft – stellvertretend für das girocard-System – haben sich im Frühjahr 2015 darauf verständigt, den neuen Kartenzahlungsstandard OSCar sowie die zugrunde liegenden EPAS- und SEPA-FAST-Spezifikationen anzuerkennen. CFCF führt quasi die unter OSCar begonnenen Arbeiten zum Aufbau einer einheitlichen Zertifizierungsinfrastruktur fort.

Common Security Certification Consortium (CSEC)

Das Konsortium wurde nach Beendigung der OSeC-Initiative gegründet und führt die Bemühungen fort, die Zulassung von POS-Terminals anhand der Common Criteria Methodology zu vereinfachen.

Datenschutz

Schutz vor missbräuchlicher Datenverwendung auf Grundlage des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Die Nutzung der Bezahlsysteme girocard, girogo und GeldKarte gewährleistet ein hohes Maß an Datenschutz.

Debitkarte

Eine Debitkarte ist eine Bank- oder Sparkassenkarte, die zur bargeldlosen Bezahlung oder zum Abheben von Bargeld benutzt werden kann, beispielsweise die girocard. Im Unterschied zu Kreditkarten wird bei einer Debitkarte – wie der girocard – nach dem Kauf das Girokonto des Karteninhabers sofort oder innerhalb kurzer Zeit belastet.

Deutsche Kreditwirtschaft (DK)

Die Deutsche Kreditwirtschaft ist die Interessenvertretung der fünf kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände. Sie ist im August 2011 aus dem Zentralen Kreditausschuss hervorgegangen.

Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV)

Einer der fünf Spitzenverbände, die zusammen die Deutsche Kreditwirtschaft bilden.

Dynamische Limitverwaltung

Unter Umständen kann es passieren, dass das Tageslimit Ihres Instituts für Abhebungen oder Zahlungen mit girocard (ehemals electronic cash) niedriger ist als der gewünschte Abhebungs-/Zahlbetrag. Für diesen Fall bieten einige Institute die dynamische Limiterhöhung an, mit der das Limit zeitlich begrenzt angehoben werden kann. Ob Sie die dynamische Limiterhöhung nutzen können oder falls Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich an Ihre Hausbank.

EF-ID

Eindeutige Kennung einer Chipkarte der Deutschen Kreditwirtschaft (Kartenidentifikationsdaten).

electronic cash

Ehemaliger Name des girocard-Systems zum Bezahlen im Handel. Das electronic cash- Logo im Handel wird sukzessive durch das girocard- Logo ersetzt. „ec“, „electronic cash“ bzw. „girocard“ beziehen sich auf ein und dasselbe System. girocard (ehemal electronic cash) ist ein Debit-Bezahlsystem, das von der Deutschen Kreditwirtschaft betrieben wird. Die girocards werden nur von Kreditinstituten ausgegeben, meist in Verbindung mit einem Girokonto. Bei jeder Transaktion wird die PIN abgefragt und das Konto nach Transaktionsabschluss umgehend belastet. So wird eine bessere Übersicht für den Endkunden gewährleistet. Für Händler wiederum besteht bei girocard- (ehemals electronic cash-) Transaktionen eine Zahlungsgarantie.

Elektronische Geldbörse

Die als GeldKarte- oder girogo-Funktion bekannte elektronische Geldbörse speichert Prepaid-Guthaben direkt auf dem Chip der girocard. Mit diesem gespeicherten Guthaben können Sie an allen GeldKarte-Akzeptanzstellen bezahlen und, sofern Ihre Karte über die girogo-Funktion verfügt, auch kontaktlos an allen girogo-Akzeptanzstellen.

Elektronisches Ticketing

Anstelle von Papiertickets können im Öffentlichen Personenverkehr oder bei Veranstaltern von Konzerten, Events und Sportveranstaltungen auch sogenannte elektronische Tickets den Zugang für Besucher ermöglichen, z. B. mit der girocard. Dabei wird auf dem Chip der girocard die Zugangsberechtigung als elektronischer Datensatz gespeichert. Auf ein Papierticket kann verzichtet werden.

Euro Alliance of Payment Schemes (EAPS)

Verbund verschiedener nationaler Kartenzahlungssysteme, der das Ziel einer wechselseitigen Kartenakzeptanz in Europa verfolgt. Kartenbenutzer sollen auch im Ausland ihre Debitkarte ohne ein Co-Branding einsetzen können.

Über die EPCS, European Payment Card Solution GmbH, eine im Oktober 2007 gegründete hundertprozentige Tochtergesellschaft der EURO Kartensysteme GmbH, sind die deutschen Systeme an der Brüsseler EAPS-Gesellschaft mit insgesamt 30 % beteiligt.

European Payment Council (EPC)

Zusammenschluss europäischer Banken, um Grundlagen für eine kostengünstige, vollautomatische und standardisierte Zahlungsverkehrs-Infrastruktur zu schaffen.

European Savings Banks Financial Services (EUFISERV)

Ein Gemeinschaftsunternehmen der europäischen Sparkassen. Das entsprechende Logo findet man auf den girocards der Sparkassen als Symbol, dass im Ausland an gekennzeichneten Automaten i. d. R. kostenfrei Geld abgehoben werden kann.

Federführerschaft innerhalb der DK

Die Federführerschaft wechselt jährlich innerhalb der DK zwischen dem BdB, BVR und DSGV.

Geheimzahl

Eine persönliche Identifikationsnummer (PIN), die zum Schutz vor einer Nutzung unberechtigter Dritter nur der Kartenbesitzer kennt. Die Geheimzahl darf nur dreimal falsch eingegeben werden. Bei einem vierten Fehlversuch wird die Karte gesperrt und eine Entsperrung über das jeweilige Kreditinstitut ist notwendig.

Geldausgabeautomat (GAA)

Auch vereinfacht bekannt als Geldautomat. Der Automat ermöglicht die Ausgabe von Bargeld mittels Karte und PIN. Auch automated teller machine (ATM) genannt.

GeldKarte

Prepaid-Bezahlsystem der Deutschen Kreditwirtschaft. Den Chip auf der girocard kann man mit Guthaben aufladen z. B. am Geldautomaten oder online über geldkarte-laden.de und anschließend an GeldKarte-Akzeptanzstellen damit zahlen.

girocard

Übergeordneter Begriff für das Deutsche Geldautomatensystem und das Bezahlsystem electronic cash (seit 2007 ebenfalls „girocard“ genannt). Zudem beschreibt der Begriff „girocard“ die Plastikkarte, die alle technischen Vorkehrungen für das Bezahlsystem beinhaltet.

girogo

Das kontaktlose Bezahlsystem der deutschen Kreditwirtschaft, das auf Basis der GeldKarte (kontaktbehaftet) eine Prepaid-Zahlung durch reines Vorhalten (also kontaktlos, ohne Einführen der Karte) an einem Kartenterminal ermöglicht.

Girokonto

Ein von Kreditinstituten für Bankkunden geführtes Konto, das für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs zur Verfügung gestellt wird. Zahlungen werden zu Gunsten und zu Lasten des Girokontos gebucht.

Governance-Struktur des girocard Systems

Kontroll- und Steuerungsstruktur. Alle Mitgliederverbände der Deutschen Kreditwirtschaft erarbeiten gemeinsam technische Standards, Sicherheitsstandards und verbindliche Vereinbarungen, um das girocard System zu verbessern.

Gültigkeitsdatum

Datum, zu welchem die Karte seine Gültigkeit verliert. In der Regel erhält der Karteninhaber seine neue girocard bis zu vier Monate vor Ablauf der aktuellen Karte.

Händlerentgelt

Die kartenausgebende Bank (Issuer) garantiert dem Händler bei der Autorisation einer Kartenzahlung, den autorisierten Betrag in voller Höhe auszuzahlen. Für diese Garantie erhebt der Issuer eine Gebühr, die Händlerentgelt oder Autorisierungsentgelt genannt wird.
Das Händlerentgelt für girocard- (ehemals electronic cash-) Zahlungen in Deutschland unterliegt seit November 2014 einer vollständigen Neuregelung. Sie sind seither Gegenstand bilateraler Verhandlungen. Händler können diese Verhandlungen selbst führen oder einen sogenannten Händlerkonzentrator beauftragen.

Händlerkarte

Meist ein Softwareschlüssel (virtuelle Händlerkarte) oder ein Chip (physische Händlerkarte), der in ein Terminal integriert wurde. Er autorisiert einen Händler zur Akzeptanz von GeldKarte und/oder girogo, den Prepaid-Funktionen auf der girocard.

Händlerkonzentrator

Die neuen Gebührenstrukturen für das girocard Verfahren können künftig bilateral zwischen den Finanzinstituten und den Kartenakzeptanten ausgehandelt werden. Alternativ können sogenannte Händlerkonzentratoren einzelne Händler bei Verhandlungen mit kartenausgebenden Instituten vertreten und so gegebenenfalls verbesserte Konditionen aushandeln. Händlerkonzentratoren sind das Gegenstück zu den Issuerkonzentratoren.

Interchange-Gebühren

Die Interchange-Fee, abgekürzt auch MIF (Multilateral Interchange Fee), ist eine Gebühr, welche die Händlerbank an die kartenausgebende Bank des Kunden zahlt, um Leistungen wie z. B. die Ausgabe von Karten auszugleichen. Die Händlerbank gibt über das Interchange einen i.d.R. prozentualen, Anteil ihres Erlöses aus der Transaktion an die kartenausgebende Bank weiter. Die Höhe des Interchanges kann zwischen den beteiligten Banken vereinbart werden.

International Bank Account Number (IBAN)

Die Internationale Bankkontonummer entspricht der vormalig verwendeten Kontonummer. Der Standard wurde im gesamten Euro-Zahlungsverkehrsraum eingeführt, um internationale Transaktionen zu vereinfachen. Eine IBAN in Deutschland ist folgendermaßen aufgebaut:

Aufbau der IBAN in Deutschland anhand eines konkreten Beispiels:

Bestandteile des IBAN-Standards

Kurz-
bezeichnung

Formatierung und Vergaben

Beispiel

Ländercode

LL

Konstant "DE"

DE

Prüfziffer

PZ

2-stellig, Modulus 97-10 (ISO 7064)

21

Bankleitzahl

BLZ

Konstant 8-stellig, Bankidentifikation entsprechend deutschem Bankleitzahlenverzeichnis

30120400

Kontonummer

KTO

Konstant 10-stellig (ggf. mit vorangestellten Nullen) Kunden-Kontonummer

15228

Die IBAN für unser Beispiel würde also lauten:

  • DE21 3012 0400 0000 0152 28 (Papierformat)
  • DE21301204000000015228 (elektronisches Format)

Issuer

Als Issuer wird die kartenausgebende Bank bezeichnet.

Issuerkonzentrator

Vertreter kleiner und mittelgroßer kartenausgebender Banken für eine verbesserte Verhandlungsbasis bei Verhandlungen mit Händlern oder Händlerkonzentratoren.

JCB

Internationaler Debitkarten- und Kreditkartenanbieter aus Japan. Sofern keine girocard-Akzeptanz im Ausland gegeben ist, und die deutsche girocard mit JCB gecobrandet ist, kann die Bezahltransaktion über dieses Co-Brand abgewickelt werden.

Kartenherausgeber (Issuer)

Kreditinstitut, das Karten an seine Kunden herausgibt, damit diese Bezahltransaktionen durchführen können.

Kontaktlose Zahlung

Bezahlweise, bei der das Bezahlmedium (beispielsweise die girocard) nur kurz vor das Terminal gehalten werden muss. Das Stecken der Karte entfällt. Kontaktlose Kartenzahlungen werden i. D. R. über den Übertragungsstandard NFC abgewickelt.

Konzentratormodell

Beschreibt das Modell, bei welchem mehrere kleine Händler bei Verhandlungen mit kartenausgebenden Instituten durch einen Händlerkonzentrator vertreten werden. Selbiges gilt für Issuerkonzentratoren im umgekehrten Sinne.
 

Ladeterminalbetreibereinheit (LTBE)

Zentrales System in einem kreditwirtschaftlichen Rechenzentrum, das mit einer Ladezentrale und via Internet mit dezentralen Komponenten („Ladeterminals“) kommuniziert. Da alle sicherheitsrelevanten Bestandteile im kreditwirtschaftlichen Rechenzentrum liegen, müssen die Ladeterminals nicht mehr von einer Bank betrieben werden. Dies ermöglicht Händlern, eigenständig Ladeterminals zu betreiben, um Geld für die Prepaid-Funktion der girocard (GeldKarte/girogo) zu laden. Dies ist beispielsweise in Kantinen, Stadien oder bei Events von Vorteil.

Lastschriftverfahren

Das elektronische Lastschriftverfahren (ELV) ist ein handelseigenes System und kein Angebot der Deutschen Kreditwirtschaft. Der durch Unterschrift des Kunden autorisierte Zahlbetrag wird im Nachhinein vom Kundenkonto eingezogen. Die dafür benötigten Daten werden aus dem frei auslesbaren Teil der girocard ermittelt. Der Kunde unterschreibt anschließend eine Einzugsermächtigung über den Betrag und gestattet zudem, dass der Händler bei fehlender Deckung auf dem Girokonto die persönlichen Kontaktdaten des Kunden von der Bank erfragen darf. Durch die fehlende Bonitätsprüfung geht der Händler dabei das Risiko eines Zahlungsausfalls ein.
 

Maestro

Internationales Debitkartensystem von MasterCard International. Sofern keine girocard-Akzeptanz im Ausland gegeben ist, und die deutsche girocard mit Maestro gecobrandet ist, kann die Bezahltransaktion über dieses Co-Brand abgewickelt werden.

Magnetstreifen

Relikt aus vergangenen Zeiten. Ein Streifen auf einer girocard, der mit einem magnetischen Metalloxid überzogen ist. Auf ihm werden Daten gespeichert, die jedoch aufgrund nicht mehr ausreichender Sicherheitsstandards in Deutschland durch die Banken und Sparkassen nicht mehr zur Bezahlung verwendet werden.

MIF-Verordnung

Im Frühjahr 2015 wurde das politische Verfahren zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament abgeschlossen und die Verordnung zur Regulierung von Interbankenentgelten finalisiert.

Für Debitkarten gilt dabei bei grenzüberschreitenden Zahlungen ein maximales Interbankenentgelt von 0,2 % vom Umsatz. Für nationale Zahlungen dürfen die Mitgliedsstaaten ein „gewichtetes durchschnittliches“ Entgelt von 0,2 % vom Umsatz erheben. Das heißt, im jährlichen Durchschnitt über alle Transaktionen gerechnet darf die Interchange Fee nicht über 0,2 %vom Gesamtumsatz liegen.

Mobile Payment

Der Begriff bezeichnet einen konkreten Zahlungsvorgang, der, zumindest ausgehend von einem mobilen Endgerät (bspw. einem Smartphone), initiiert, durchgeführt oder bestätigt wird. Ein Zahlvorgang, welcher auf einem mobilen Endgerät durchgeführt wird (bspw. ein Einkauf in einem Internetshop), bezeichnet man als Remote Payment.

Near Field Communication (NFC)

Übertragungsstandard für kontaktlosen Datenaustausch über kurze Strecken.
Kartenzahlungen mit NFC werden über einen kontaktlosen NFC Dialog mit einem kontaktlosen Leser an der Handelskasse, an Verkaufsautomaten oder an Smart Postern ausgeführt. Im Beispiel des berührungslosen Bezahlens mit girogo dient die integrierte Antenne, zusammen mit dem Chip, der Kommunikation mit dem NFC-Leseterminal, wobei die Antennenreichweite auf maximal vier Zentimeter beschränkt ist. Das Einführen der Karte in ein Lesegerät entfällt damit.

Netzbetreiber

Netzbetreiber sind technische Serviceanbieter, die verantwortlich für die Bereitstellung und den Betrieb der girocard (electronic cash-) Terminals sind. Jeder technische Serviceanbieter hat die Möglichkeit einer Zulassung zum girocard (electronic cash-) System durch Einhaltung der technischen Anforderungen. Die Beteiligung am System als Netzbetreiber ist nicht auf Banken oder bankeneigene Unternehmen beschränkt.

nexo

Die nexo Organisation wurde durch die Verschmelzung verschiedener Standardisierungsinitiativen (u. a. OsCar) im Oktober 2014 gegründet. Die Mitglieder umfassen Einzelhändler, Kartenzahlungssysteme, Anbieter von Zahlungsverkehrslösungen, Zahlungsprozessoren, Acquirer und Verbände. nexo ist der Hauptinitiator des gesamten ISO 20022 Standardisierungsprozesses für Kartenzahlungen.

Online-Banking

Abwicklung von Banktransaktionen über das Internet. Verschiedene Sicherheitsmechanismen haben sich etabliert, wie beispielsweise der TAN-Generator, die TAN per SMS oder einen QR-Code. So kann weitestgehend sichergestellt werden, dass keine unbefugten Dritten Zugriff auf den Online-Zugang haben.

Open Standards for Cards (OSCar)

OSCar (Open Standards for Cards) ist der Kern für eine Konsolidierung der europäischen Standardisierungs-Initiativen, die auf den Anforderungen des European Payments Council (EPC) basieren. In dem Konsortium arbeiten Interessengruppen wie EPAS, CIR-TWG, Berlin Group und CAS an der Vereinheitlichung der im Kartenbereich verwendeten Standards. Ziel ist es, eine einheitliche europäische Zertifizierungsinfrastruktur sowie eine einheitliche Zahlungsverkehrsanwendung zu schaffen.

Open Standards for Security and Certification (OSeC)

Initiative für einheitliche europäische Evaluierung und Zertifizierung von POS-Terminals und greift auf bestehende Common Criteria Infrastrukturen zurück. OSeC wurde 2010 durch europäische und globale Kartenzahlungssysteme gegründet, mit dem Ziel, die Zulassung von POS-Terminals durch verschiedene Zahlungssysteme zu vereinfachen.

Persönliche Identifikationsnummer (PIN)

Eine Geheimzahl, die der Authentifizierung des Kontoinhabers für bestimmte Vorgänge wie beispielsweise Bargeldabhebungen oder girocard (electronic cash-) Zahlungen dient.

Point-of-Sale (POS)

Beschreibt den Verkaufsort, an welchem Kunden etwas kaufen und somit auch bezahlen – also meist Geschäfte. Beispielsweise werden die Bezahlverfahren GeldKarte, girogo und girocard am Point-of-Sale eingesetzt. Durch zunehmende Verbreitung des Electronic Business wird der POS immer häufiger nach Hause (im privaten Bereich) bzw. an den Arbeitsplatz (im geschäftlichen Bereich) verlagert.

Prepaid-Guthaben

Guthaben, das im Voraus bezahlt wurde. Bei girogo oder GeldKarte wird somit Guthaben auf den Chip „aufgeladen“ (elektronisch gespeichert), welches zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgegeben werde kann. Unverbrauchtes Guthaben kann bei kontogebundenen GeldKarten am Geldautomaten wieder entladen werden. Diese Entladung gleicht dem Einbezahlen von Bargeld und wird dem eigenen Konto umgehend gutgeschrieben.

Recommendations for the Security of Internet Payments (SecuRePay)

Ein von der EZB veröffentlichtes Dokument, in welchem Handlungsempfehlungen für eine sicherere Zahlung im Internet ausgesprochen wird.

Rollenmodell des girocard (electronic cash-) Systems

Beschreibt die vertragliche Basis und das Zusammenspiel der Akteure bei girocard-Zahlungen.

Secoder-Standard

Der Secoder-Standard wurde von der Deutschen Kreditwirtschaft spezifiziert. Ziel war es, einen einfachen und primär für das Onlinebanking optimierten Chipkartenleser zu definieren, damit Onlinetransaktionen durch eine Datenvisualisierung im Display des Kartenlesers noch besser abgesichert werden können. Ein „Secoder-Chipkartenleser“ verfügt über das Secoder-Siegel, eine Tastatur zur Eingabe vertraulicher Informationen wie die PIN, ein Display zur Anzeige und Überprüfung von Daten, z. B. bei Zahlbetrags bei einer Online-Zahlung mit GeldKarte sowie eine intelligente Firewall, z. B. zur Blockierung des Zugriffs auf die Chipkarte bei Missbrauchsverdacht.

Secure Chip Card Operating System (SECCOS)

Eine von der deutschen Kreditwirtschaft definierte einheitliche Chipkarten-Plattform für Zahlungskarten. SECCOS verfügt über eine ausgereifte Sicherheitsarchitektur, unterstützt den EMV-Standard und ermöglicht eine Multiapplikationsstrategie. Sämtliche in Deutschland ausgegebenen Debitkarten werden mit einem SECCOS-Chip ausgestattet sein.

SEPA-Zahlungsraum

Die europäische Kreditwirtschaft arbeitet derzeit an der Realisierung eines einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums (Single Euro Payments Area, oder kurz SEPA). Ziel ist es, den Bürgern die Möglichkeit zu eröffnen, Zahlungsverkehrsdienstleistungen im Euro-Raum zu den gleichen Konditionen auszuführen zu können wie im Heimatland. Die Plattformtechnologie ist dabei EMV.

SEPA Card Clearing (SCC)

Standard für ein einheitliches Card Clearing innerhalb der SEPA und soll ab 2016 das veraltete Datenträgeraustausch-Verfahren für das Clearing von Kartenzahlungstransaktionen ablösen. Das SCC wird von der Berlin Group spezifiziert.

Servicegebühr

Gebühr, die der Issuer für Bargeldverfügungen am Geldautomaten oder manuellen Bargeldbezug am Bankschalter an den Acquirer zahlt. Bilateral und national können Gebühren von den Mitgliedsbanken untereinander vereinbart werden.

Settlement

Verfahrensweise zur Herbeiführung des gegenseitigen Zahlungsausgleiches der Issuer- und Acquirer-Banken untereinander. Wird für die pro Tag jeweils abgerechneten Kartenumsätze (einschl. Gebühren) durchgeführt.

Sicherheitstandards

Die Deutsche Kreditwirtschaft leistet mit ihren hohen Sicherheitsstandards und stetigen Innovationen einen wichtigen Beitrag, um das Bezahlen per girocard, GeldKarte und girogo sicher zu gestalten. Die Standards werden von allen Mitgliedsbanken der DK umgesetzt.

Standardisierung

Um die internationale Akzeptanz der girocard zu verbessern, um Entwicklungskosten im Umfeld elektronischer Bezahlverfahren zu senken und um die girocard langfristig und stark zu positionieren, beteiligt sich die Deutsche Kreditwirtschaft an verschiedenen Standardisierungsinitiativen, wie z. B. OSec und OSCar

Terminal/Kartenterminal

Bei einem Terminal handelt es sich um ein elektronisches Endgerät, das die Abwicklung einer Zahlung ermöglicht. In der Regel besitzen diese Terminals ein Display, eine Tastatur und einen Kartensteckplatz/Kontaktiereinheit (bei kontaktlosen Transaktionen).

Transaktionsgebühr

Gebühren, die vom Netzbetreiber für die Transaktionen über ein Terminal erhoben werden.

Transaktionsnummer (TAN)

Einmalpasswort, das zur Autorisierung einer Online-Banking-Transaktion eingesetzt wird. Dabei wird dem Kontoinhaber eine TAN übermittelt, auf die unbefugte Dritte nicht zugreifen können. So kann sichergestellt werden, dass lediglich der Kontoinhaber eine Transaktion in Auftrag geben kann.

Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp)

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken ist einer der fünf Spitzenverbände, die zusammen die Deutsche Kreditwirtschaft bilden.

Verfügungsrahmen

Jedes kartenausgebende Institut kann bei Konten einen Verfügungsrahmen angeben, d. h. über einen festgelegten Zeitraum (z. B. täglich oder wöchentlich) ist nur ein angegebener Betrag ohne weitere Rücksprache mit der Bank verfügbar. Bei größeren Einkäufen kann nach Rücksprache mit der Hausbank der Verfügungsrahmen kurzzeitig angehoben werden (siehe dynamische Limitverwaltung).

Verlust

Von einem Verlust der Karte spricht man, wenn die Karte nicht mehr auffindbar ist. Dieser Verlust einer girocard sollte sofort bei dem jeweiligen Kreditinstitut angezeigt werden, damit die Debit-Funktionen der Karte gesperrt werden können.

V Pay-Funktion

V PAY ist das rein PIN-basierte Debitkartensystem von Visa Europe. Sofern keine girocard-Akzeptanz im Ausland gegeben ist, und die deutsche girocard mit V Pay gecobrandet ist, kann die Bezahltransaktion über dieses Co-Brand abgewickelt werden.

Zahlungsgarantie

Zahlungen mit der girocard sind für den Händler garantiert. Für Beträge, die der Kunde mit seiner PIN-Eingabe bestätigt, besteht für den Händler kein Ausfallrisiko. Die Bezahlung erfolgt entweder offline – im Rahmen der Bonititätsinformationen auf dem Chip – oder durch eine Online-Autorisation. Die Zahlungsgarantie existiert ebenfalls für Transaktionen aus dem Prepaidguthaben des Chips (siehe GeldKarte und girogo).

Zertifizierung

Die Zertifizierung bestätigt, dass ein Kartenzahlungssystem oder ein Terminal die Anforderungen der Deutschen Kreditwirtschaft erfüllt und bildet die Vorstufe für die Zulassung.

Zulassung

Die Zulassung bedeutet die Freigabe für ein Kartenzahlungssystem oder ein Terminal. Sie folgt auf die erfolgreiche Zertifizierung. Hierbei werden weitere, zahlungssystemspezifische Anforderungen berücksichtigt.

Zweitkarte

Viele Banken und Sparkassen bieten die Möglichkeit, eine zusätzliche girocard auf eine andere Person als den Kontoinhaber ausstellen zu lassen. Dies ist beispielsweise dann nötig, wenn der Partner ebenfalls vom gemeinschaftlichen Konto bezahlen möchte.