Studie zur Souveränität beim Bezahlen: Vertrauen und „made in Germany” gewinnen an Bedeutung

Viele Menschen wünschen sich mehr Unabhängigkeit Deutschlands und Europas. Auch bei bargeldlosen Bezahlverfahren spielt die Herkunft des Anbieters für viele eine wichtige Rolle. 

Wirtschaftliche Unsicherheit, internationale Konflikte und globale Abhängigkeiten prägen den Blick vieler Menschen auf Deutschland und Europa. 79 Prozent der Befragten ist es wichtig oder sehr wichtig, die Souveränität – also die Unabhängigkeit – Deutschlands und Europas gegenüber ausländischen Partnern zu stärken. 

Diese Haltung zeigt sich auch beim Bezahlen. Für 59 Prozent ist es wichtig, dass ein genutztes bargeldloses Bezahlverfahren von einer deutschen Bank, Sparkasse oder einem Anbieter aus der Europäischen Union stammt. Dabei geht es nicht allein um die Herkunft: Sicherheit, Vertrauen und die Stärkung der europäischen Wirtschaft sind für viele zentrale Kriterien. 

Die Studie „Souveränität & Made in Germany“ von infas quo im Auftrag der EURO Kartensysteme mit 2.024 Befragten macht deutlich: Im Zahlungsverkehr gewinnt die Frage an Bedeutung, wem ein System zugeordnet wird und auf welchen Strukturen es basiert. 

Vertrauen ist beim Bezahlen ein entscheidender Faktor 

Vertrauen ist für Verbraucherinnen und Verbraucher bei Finanz- und Zahlungsfragen besonders relevant. 73 Prozent der Befragten vertrauen dem Bezahlverfahren ihrer Hausbank. Die girocard erreicht ebenfalls einen Vertrauenswert von 73 Prozent und liegt damit vor klassischen Kreditkarten mit 65 Prozent und PayPal mit 60 Prozent. 

Im direkten Vergleich vertrauen 49 Prozent der Befragten der girocard mehr als anderen bargeldlosen Bezahlverfahren. Hierfür nennen sie vor allem gute Erfahrungen im Alltag: 

  • 55 Prozent vertrauen der girocard aufgrund guter Erfahrungen in der Vergangenheit. 
  • 55 Prozent nennen die breite Akzeptanz im Alltag. 
  • 52 Prozent führen an, dass deutsche Banken und Sparkassen hinter der girocard stehen. 
  • 35 Prozent verweisen auf deutsche und europäische Regulierungen. 

Die Ergebnisse zeigen: Vertrauen entsteht nicht nur durch technische Sicherheit. Es wächst auch durch bewährte Nutzung, eine hohe Akzeptanz und nachvollziehbare Rahmenbedingungen. 

Herkunft von Bezahlverfahren wird wichtiger 

46 Prozent der Befragten haben sich bereits Gedanken darüber gemacht, woher einzelne bargeldlose Bezahlverfahren stammen. Für 59 Prozent ist es wichtig, dass das von ihnen genutzte Verfahren aus Deutschland oder der Europäischen Union kommt. Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung in höheren Altersgruppen. 

Die Befragten verbinden mit deutschen oder europäischen Bezahlverfahren vor allem drei Vorteile: 

  • 52 Prozent: Sie gelten als sicherer. 
  • 49 Prozent: Sie stärken die deutsche beziehungsweise europäische Wirtschaft. 
  • 30 Prozent: Sie schaffen mehr Unabhängigkeit. 

Diese Haltung geht über einzelne Zahlungsarten hinaus. 71 Prozent der Befragten sehen „Made in Germany“ grundsätzlich als Qualitätsmerkmal. 74 Prozent würden sich bei nur geringfügig höheren Preisen eher für Produkte aus Deutschland oder der Europäischen Union entscheiden. 

Europäische Zahlungsoptionen schaffen Wahlfreiheit 

Die Ergebnisse zeigen auch eine klare Erwartung an die Zukunft des Zahlungsverkehrs: Eine große Mehrheit würde es kritisch sehen, wenn in Deutschland künftig nur noch außereuropäische Bezahlverfahren verfügbar wären. 23 Prozent halten ein solches Szenario sogar für undenkbar. 

Die girocard wird bereits heute besonders häufig beim Einkaufen eingesetzt: 61 Prozent der Befragten nutzen sie dort regelmäßig. Damit verbindet sie breite Alltagserfahrung mit einem Zahlungsweg, der aus dem Umfeld deutscher Banken und Sparkassen kommt. 

Gleichzeitig wird deutlich, dass Kundinnen und Kunden mehr Orientierung brauchen: Nur 33 Prozent ordnen die girocard als deutsches Bezahlsystem ein, während 41 Prozent sie für ein europäisches System halten. Hier besteht Potenzial, die Rolle der girocard als in Deutschland etabliertes Debitkartensystem und Teil der europäischen Zahlungsinfrastruktur verständlicher zu vermitteln. 

Fazit: Vertrauen ist Teil digitaler Souveränität 

Beim bargeldlosen Bezahlen möchten Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem eines: einen sicheren, einfach nutzbaren und vertrauenswürdigen Zahlungsweg. Zunehmend spielt dabei auch die Frage eine Rolle, ob ein Verfahren in Deutschland oder Europa verankert ist. 

Die girocard verbindet alltägliche Akzeptanz und langjährige Nutzungserfahrung mit der Nähe zu deutschen Banken und Sparkassen. Sie kann damit einen Beitrag zu mehr Wahlfreiheit und einer vielfältigen Zahlungsinfrastruktur in Deutschland und Europa leisten. 

 

 

Studiensteckbrief 

Thema: Souveränität & Made in Germany
Erhebungszeitraum: 3. bis 8. Juni 2026
Methode: Online-Interviews
Stichprobe: 2.024 Befragte
Zielgruppe: Onlinefähige, deutschsprachige Wohnbevölkerung in Deutschland
Aussteuerung: nach Alter, Geschlecht und Bundesland
Interviewdauer: durchschnittlich neun Minuten 

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